Polizei prügelt Antifaschist*innen

Nazis werden geschützt

– Unsere Stellungnahme –

Die Wiener Polizei ist am Samstag, 25.07.2026 mit roher Gewalt gegen Antifaschist*innen vorgegangen, die sich an unseren Protesten beteiligt haben. 

Zunächst möchten wir noch einmal auf den Erfolg hinweisen, den unser gemeinsamer Protest erzielen konnte: Über Stunden war die Wiener Innenstadt voll mit Antifaschist*innen und wir haben den Tag mit unseren Forderungen nach Bleiberecht für Alle und mit der Parole „Refugees Welcome“ geprägt. Der Neonaziaufmarsch in der Innenstadt konnte durch unseren Protest verhindert werden! Die Nazis sind mit gerade mal 60-70 Personen durch Wien-Nussdorf gelaufen, am sogenannten „Arsch der Welt“. Ihr mickriger Aufmarsch an der Grenze zu Niederösterreich ist ein mit viel Drama begleitetes Einknicken vor unserem Protest. Dafür danken wir allen Antifaschist*innen, die mit uns auf der Straße waren!

Die antifaschistische Großkundgebung am Stephansplatz wurde kurz vor dem letzten Redebeitrag von einer Gruppe von etwa 10-20 Neonazis (der Tanzbrigade Wien, der Brigada Beč und der Divison Wien) aufgesucht, die vergeblich versuchten die Kundgebung zu stören. Zunächst verdeutlicht dies, dass die Ideologie der angeblich „neurechten Identitären“ im Kern genau das selbe Klientel anzieht wie eben klassiche Neonazi-Politik. Sie fordern ja auch das selbe, nur mit anderen Worten. Die Nazis wurden von mutigen Antifaschist*innen konfrontiert und bedrängt. Die Wiener Polizei reagierte darauf nicht wie zu erwarten wäre mit einem Platzverweis für die Neonazis – sondern ging mit purer Gewalt auf Antifaschist*innen auf deren angemeldeter Kundgebung los:

Einer Person wurde von einem Polizisten unvermittelt ins Gesicht geschlagen, was augenscheinlich zu einem Nasenbeinbruch führte. Die Person musste die Kundgebung mit blutüberströmten Gesicht verlassen. Mehrere Genoss*innen wurden mit Pfefferspray, Schlägen und Tritten durch die Schläger in Uniform angegriffen. Mindestens eine Antifaschistin wurde von der Polizei brutal zu Boden gerissen und festgenommen. Beonders brutal: die Polizei fixierte die Person direkt vor den Füßen der Neonazis, die diese ungestört beleidigen, bedrohen und vor allem ihr Gesicht abfotografieren konnten. All diese Polizeigewalt nur damit Neonazis das demokratisch garantierte Versammlungsrecht der Antifaschist*innen versuchen können zu stören. 

Das übermäßig harte Vorgehen der Polizei gegen Antifaschist*innen verdeutlicht zum Xten mal, dass die Polizei ein strukturelles Problem mit einer offensichtlichen Nähe zum Rechtsextremismus hat! Dies zeigte sich bereits im Vorfeld unserer Demonstrationen, durch die Videoüberwachung unseres Aktionstrainings. Die Polizei sieht offensichtlich nicht die Nazis als Problem, sondern diejenigen, die sich ihnen in den Weg stellen.

Wenn ihr Repression erlebt habt, wendet euch an Antifa- und Rechtshilfestrukturen (Rote Hilfe Wien). Lasst eure Genoss*innen nicht allein mit Gewalterfahrungen und gebt aufeinander acht. Die Wut, die ihr vermutlich gerade verspürt, ist berechtigt und braucht Raum. Reflektiert gemeinsam über eure Erfahrungen und organisiert euch gegen Nazis – und gegen ihre Helfer in Blau!